Die Kunst des richtigen Netzwerkens

Motivation, Ziele und Selbstdarstellung

Wenn es nach Lee Iacocca geht, so ist “Business ist nichts anderes als ein Knäuel menschlicher Beziehungen“. Somit scheint Networking essenziell für berufliche Erfolge zu sein. Lesen Sie hier, worauf es dabei ankommt und wie Sie effizient und authentisch berufliche Kontakte knüpfen.

Zunächst einmal sollte geklärt werden, welche Ausrichtungen es beim Netzwerken überhaupt gibt. So unterscheidet man zwischen vertikalen und horizontalen Netzwerken. In der ersten Kategorie finden sich zum Beispiel Mitglieder politischer Parteien häufig wieder, während letztere unter anderem Studenteninitiativen oder Spielplatztreffs betreffen. Kurz gesagt vereinen vertikale Netzwerke Menschen, die sich in einer Organisation/einem Umfeld bewegen, die verschiedene Wertschöpfungsstufen und vor allem meist hierarchische Ränge hat. Das horizontale Netzwerk ist dabei eher eine Zusammenschluss mit Menschen auf der gleichen Wertschöpfungsstufe. Ein interessantes Phänomen beim vertikalen Netzwerken ist die klare Wirkungsrichtung. So sind sowohl Polizisten als auch Politiker eigentlich auch nur Bürger, werden jedoch auch außerhalb ihrer Dienstzeiten sofern diese erkennbar sind mit ihrem Berufstitel angesprochen.

Ebenfalls wichtig für den Beruf ist die Unterscheidung von persönlichen, strategischen und operativen Netzwerken. Die unterscheiden sich nicht nur durch die Akteure und Ziele, sondern auch durch Umfang und Verhalten. In meinen Vorträgen und Workshops hebe ich diese Thematik daher besonders hervor.

Selbstdarstellung als Herausforderung

Bevor man nun blind Kontakte knüpft, sollten zunächst einige Fragen beantwortet werden: Wieso mache ich das Ganze überhaupt und wie komme ich mit meinem Profil zum Ziel? Einer der wichtigsten Aspekte ist der, dass es beim Netzwerken keine standardisierten Abläufe gibt. Immerhin reden wir mit Menschen und müssen uns so immer wieder auf das Gegenüber einstellen. Der Verlauf des Gesprächs und der Gewinn daraus ist somit wechselseitig. Erfahrungsgemäß macht es deshalb Sinn, mehrere Versionen vom eigenen Lebenslauf vorzubereiten, um stets den passenden anbieten bzw. vorstellen zu können. So erhält das Gespräch auch einen persönlichen Wert: Denn wer allen das Gleiche erzählt, wirkt weniger authentisch. Auch kann man auf diese Weise – vor allem beim Speed Networking – wertvolle Zeit sparen, indem man nur die Informationen weitergibt, die das Gegenüber auch wirklich interessieren könnten. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Ihr persönliches Auftreten, sondern auch für (digitale) Bewerbungen.
Sollten Sie noch nicht genau wissen, wo Sie mit dem Networking starten möchten, können Sie auch in Ihrer Freizeit mit Freunden oder Bekannten zu Veranstaltungen gehen. Egal ob Fußball- oder Spielplatz oder doch ein offenes MeetUp. So können Sie zufällig und zwanglos üben, sich richtig darzustellen und erste Kontakte zu knüpfen. Nicht zu vergessen ist auch die Regelmäßigkeit von Treffen. Einmalige Anwesenheit nützt Ihnen nur selten etwas. Wenn Sie jedoch zu jedem Treffen erscheinen, werden Sie bald erkannt werden und so ganz automatisch ihre Reichweite erweitern und effizient neue Verbindungen eingehen. Sollte danach noch ein zwangloses Bier getrunken werden, macht es durchaus Sinn, sich anzuschließen. Zusammengefasst heißt das für Sie: Gut zuhören und sich dem Gegenüber anpassen. Sie sind nicht zum Spaß bei den einzelnen Treffen, sollten aber dennoch regelmäßig erscheinen und weiterführende Gespräche oder Kneipenrunden nicht immer ablehnen. Seien Sie präsent und stellen Sie die richtigen Fragen.

Soziale Netzwerke als Unterstützung

Soziale Netzwerke haben den Vorteil, eine enorme Reichweite zu haben. Während Facebook und Instagram jedoch viel privat genutzt wird, sind Plattformen wie Xing oder LinkedIn vor allem geschäftlich orientiert. Legen Sie sich also insbesondere dort ein aussagekräftiges Profil an und fügen Sie zunächst Menschen hinzu, die Sie bereits kennen. Nach einiger Zeit sollten Sie jedoch dringend auch Ihnen unbekannte Personen hinzufügen, deren Profil zu Ihren Zielen passt oder anderweitig interessant erscheint. Sind dann mehr als vier Wochen verstrichen, ist es Zeit, ihnen eine kurze nicht-werbliche Nachricht zu schreiben.

Ein weiterer Vorteil von Social Media ist die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert noch an Ort und Stelle zu vernetzen. Zwar sollten Sie immer Ihre Visitenkarten dabeihaben, doch wenn sie diese einmal vergessen haben, bietet sich diese Vorgehensweise an. Erhalten Sie von anderen Personen Visitenkarten, so bietet es sich zudem an, kurze Schlagworte auf die Rückseite zu schreiben, sodass Sie sich später wieder an das Gespräch erinnern und somit positiv auffallen.

Über den Autor

Stefan Lesting

Stefan Lesting ist Geschäftsführer der Lesting Media & Consulting. Zusammen mit seinem Team berät er Unternehmen und Organisationen zu den Themen Reichweitensteigerung, Social Media und Digitale Transformation. Lesting hält in diesen Bereichen regelmäßig Vorträge und leitet Workshops.

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