Alles nur Spiel und Unterhaltung oder ein wichtiger Wirtschaftsmotor für unsere Stadt Köln, unsere Gesellschaft oder Investoren? Heute öffnet in Köln die gamescom ihre Tore und zumindest die Fachbesucher können dann die neusten Spiele testen und sich in der Branche vernetzen. Ab Donnerstag öffnet die gamescom die Tore dann für alle Interessierten und das werden von Jahr zu Jahr mehr. In diesem Jahr werden von der Deutschen Bahn Sonderzüge eingesetzt, reguläre Tickets gibt es längst nicht mehr und so sind nur noch Tickets an der Nachmittagskasse verfügbar.

Alte und junge Leute ziehen durch die Stadt.

Was vor einigen Jahren kleiner anfing ist heute ein riesiges Geschäft, das nicht nur junge Besucher anzieht, sondern auch eine Verpflichtung für Ältere und Eltern mit sich bringt. So ist es in meinen Augen in der letzten Ferienwoche schon immer ein sehr amüsantes Bild in Deutz und in den Straßenbahnen der Stadt, dass Teenies ein Elternteil im Schlepptau haben und die ganze Zeit begeistert in die Richtung der Köln-Messe zeigen (oder da wo sie glauben, das sie ist) und überschwänglich deutlich machen, dass da vorne der Eingang zur gamescom ist und man schon bald mitten im Trubel steckt.

gamescom als Ferienhighlight

Diesen Trubel werde ich mir in diesem Jahr wohl einmal nicht antun und mir ersparen, denn die neusten Ego-Shooter muss ich nicht testen und sonst bin ich auch nicht der Spieletyp (Alle Sinne auf der gamescom – Artikel aus 2010). Dennoch nehme ich die Entwicklung der vergangenen Jahre gerne zur Kenntnis, dass der Spielebereich und insbesondere die gamescom etwas geschaffen hat, was früher nur Freizeitparks getan haben: Es ist das Ferienhighlight oder sogar direkt nach Weihnachten (wo es die neue Spielekonsole gibt) das Highlight des Jahres, aber es ist vor allem das Highlight wo Spiel, Spaß, Spannung mit einer endlosen Warterei einhergehen. Die gamescom ist für mich ein gutes Beispiel, wie unsere Gesellschaft sich in den vergangenen Jahren gewandelt hat und zum modernen Freizeitpark von einem Teil der jungen Menschen wurde.

Treffpunkt der Gamerszene

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Im letzten Jahr habe ich einen Drachenpriester in der Kölner Südstadt getroffen.
Im letzten Jahr habe ich einen Drachenpriester in der Kölner Südstadt getroffen.

Die Grundprinzipien des menschlichen Miteinanders sind früher und heute prinzipiell dabei in meinen Augen die Gleichen geblieben, doch die Aufenthaltsorte der Menschen und die Wege der Kommunikation haben sich geändert. Da wo früher Freunde und Cliquen in der Nachbarschaft gegeneinander Räuber und Gendarm gespielt haben, stehen sich heute geografisch getrennte Teams gegenüber, deren Berührungen im Spiel virtuell bleiben. Doch das Grundbedürfnis nach mehr greifbarer Action, nach Ausdrucksweisen, nach Event und nach Treffpunkten steigt rapide durch die virtuelle Begegnung an. Da wird aus der Spielemesse schnell ein Event, bei dem aus virtuellen „berührbare“ Freunde oder wo die ganze Stadt und seine Messehallen als Präsentationsplattform für die eigene Kostümkreation des Lieblingscharakters aus dem Computerspiel werden.

Videodays – Moderne Erlebniswelten

Dieses Bedürfnis des Events aufzugreifen haben die Veranstalter verstanden und so gibt es durch eine Kooperation längst das gamescom festival mit verschiedenen Bühnen in der Innenstadt. Aber nicht nur die gamescom findet in diesen Tagen mit einem Rekordansturm statt, sondern auch die zum fünften Mal stattfindenden Videodays. Die Videodays richten sich an die YouTuber und finden ebenfalls in Deutz statt, doch sind Sie in der Köln-Arena und dem Stadthaus in diesem Jahr zu Hause. Ähnlich wie die gamescom zieht es hier die junge Generation auf die Veranstaltung, also die Jugend, die abends lieber YouTube schaut an Stelle des Fernsehprogramms.

Unterschied Videodays und gamescom

Es ist die Generation die ihre Nachrichten nicht mehr durch die Tagesschau abrufen, sondern LeFloid abonnieren und sich von dem jungen YouTube-Star die aktuellsten Neuigkeiten auf unterhaltsame Art erzählen lassen. Sowie die gamescom auf Unterhaltung zielt, so sind auch die Protagonisten der Videodays ebenfalls Experten auf diesem Gebiet.

Nachwuchsförderung
Insbesondere finde ich den Ansatz der Video-Academy im Rahmen der Videodays super, bei dem junge und ältere YouTuber in verschiedenen Sessions einiges lernen können. Input gibt es zu strategischen bis hin zu praktischen Themen, von Filmtechniken über Social Media, von Moderationsarten bis zur rechtliche Aufklärung gibt es die verschiedenen Vorträge und Workshops. Insgesamt ist es eine runde Veranstaltung, die Christoph Krachten mit seinem Team auf die Beine gestellt hat.

Highlights der Videodays

Für viele YouTuber ist neben der großen Abschluss-Show das eigentliche Highlight der Videodays der unmittelbare Kontakt mit den verschiedenen YouTube-Stars, die mit ihren Abrufzahlen viele deutsche Verleger neidisch machen. Das Phänomen der YouTube-Stars ist dabei eines, dass nicht einfach zu beschreiben oder zu verstehen ist für Menschen über 25 Jahre. Es ist nicht vergleichbar mit den Boygroups der vergangenen Jahrzehnte, aber dennoch gibt es Elemente die aus dieser Zeit stammen können; YouTube-Stars sind Idole, aber keine wie Fußballstars in weit entfernten Fußballclubs; und es sind auch keine Diven, wenngleich doch einige unter ihnen sind.

Der typische YouTube-Star

Den typischen YouTube-Star zu beschreiben wird mit der Zeit schwerer, da gewisse Klischees der ersten Jahre langsam zu bröckeln anfangen und nicht mehr unbedingt passen. Dennoch der YouTube-Star ist meist unter 25 Jahre, er beschäftigt sich gerne mit Comedy, versteht etwas von Technik und spricht auf jeden Fall eine Sprache die für ältere Erwachsene komisch klingt. Und noch ein weiteres hat der deutsche YouTube-Star oftmals gemeinsam, denn in der Regel sind eine Millionen Abrufe für ein einzelnes Video keine Seltenheit und er ist ein Teil vom Mediakraft Netzwerk.

Netzwerk als Unternehmensform

Das Netzwerk Mediakraft ist nicht nur in meinen Augen ein spannendes Konstrukt der Zusammenarbeit und eine Art von Firma, die den steigenden Bedarf an Management im Online-Videobereich sehr deutlich kennzeichnet. Mediakraft ist dabei fokussiert auf YouTuber mit Potential, um diese noch erfolgreicher zu machen mit den Möglichkeiten des bestehenden Netzwerkes sowie weiterem Support. Welchen Zuspruch das Netzwerk hat zeigt nicht nur die stetige Aufnahme von neuen YouTube-Kanälen, sondern auch der Ausbau des Mitarbeiternetzwerkes in Köln, aber auch in anderen Großstädten Deutschlands.

Zukunft digitaler Wirtschaftsmotor

Das was mit Mediakraft geschieht ist exemplarisch für die digitale Unterhaltungsindustrie, wenngleich es auch immer wieder Bereiche gibt deren Zahlen nicht immer schwarz sind. Doch die Aussichten stehen aktuell gut, da die Vernetzung und die digitale Verfügbarkeit der Menschen stetig zunehmen. So bleibt am Ende nur noch die Frage, ob die Stadt, die Wirtschaft und die Gesellschaft den digitalen Wandel verstehen und die richtigen Rückschlüsse daraus ziehen, damit die digitale Welt zu einem stabilen und nicht nur temporären Wirtschaftsmotor in der Region wird.[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Über den Author

Stefan Lesting

Stefan Lesting ist Geschäftsführer der Lesting Media & Consulting. Zusammen mit seinem Team berät er Unternehmen und Organisationen zu den Themen Reichweitensteigerung, Social Media und Digitale Transformation. Lesting hält in diesen Bereichen regelmäßig Vorträge und leitet Workshops.

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