Agentur, Freelancer oder Softwarehäuser?

Sie sind hauptberuflich nicht im IT-Bereich tätig bzw. benötigen in der Hinsicht immer mal wieder Unterstützung? Lesen Sie hier, wofür die verschiedenen IT-Dienstleister stehen und treffen Sie darauf aufbauend die für Sie sinnvollste und effektivste Wahl.

Um sich für oder gegen eine bestimmte Art von IT-Dienstleister entscheiden zu können, sollten zunächst die Unterschiede der jeweiligen Angebotsformen geklärt werden. In diesem Artikel geht es um Freelancer, Agenturen und Softwarehäuser.

Freelancer

Freelancer sind Menschen, die selbstständig arbeiten. Zwar sind sie meist günstiger, als Agenturen, gleichzeitig aber stets auf der Suche nach neuen Aufträgen bzw. darauf bedacht, dass Sie eine gewisse Summe X pro Monat verdienen müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dabei müssen sie auch schwierigere oder auftragsärmere Zeiten mit einplanen. Je nach Projektumfang, Bezahlung und Auslastung ist also davon auszugehen, dass ein Freelancer nie oder wenn überhaupt nur selten 100%ig arbeiten kann, da er auch immer wieder parallel zur Arbeit akquirieren muss. Sie als Auftraggeber sind darüber hinaus gezwungen, den größten Teil des Projektmanagement zu übernehmen und zu planen.

Agenturen

Agenturen hingegen nehmen Ihnen sämtliche Aufgaben inklusive des Projektmanagement ab, was wiederum die Kosten erhöht. Normalerweise wird Ihnen ein fester Ansprechpartner zur Seite gestellt, während im Hintergrund ein ganzes Team zusammenarbeitet. So werden die Entwickler nicht gestört und der Auftrag kann theoretisch zügig und strukturiert bearbeitet werden. Auch Vorwissen wird kaum benötigt: Sie benennen Ihre Ziele, woraufhin die Agentur Ihnen Vorschläge unterbreitet. Im Vergleich dazu ist beim Freelancer häufig mehr Vorbereitung Ihrerseits gefragt: Während die Agentur Ihnen beispielsweise eine passende Programmiersprache oder andere Problemlösungen vorschlägt, müssen Sie sich beim Freiberufler vorab wissen, was genau Sie sich wie wünschen und ob der gewünschte Partner dies überhaupt anbietet. Ohne Vorwissen kommt man da nicht besonders weit.

Fertige Produkte als Lösung?

Man erkennt also, dass Agenturen einem auf der einen Seite viel Arbeit abnehmen können, andererseits aber auch weniger Raum für Entscheidungen bzgl. der Steuerung bieten (egal was die Ihnen versprechen). Auch sollte man bedenken, dass Agenturen zeitlich flexibler sind, als Freelancer: Letztere arbeiten aus den oben genannten Gründen eher nach dem Motto jetzt oder nie, was durchaus zu Schwierigkeiten und unnötigem Entscheidungsdruck führen kann.

Software-Haus

Als dritte Alternative sind nun die sogenannten Softwarehäuser zu nennen. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie fertige Produkte (Stichwort Software as a Service) anbieten, deren Standard zu einem fixen Preis berechnet wird. Typische Software-Anwendungen in diesem Bereich sind SAP-Lösungen, Buchhaltungssoftware oder auch Produkte aus der Microsoft-Familie wie beispielhaft Word. Auf diesem Wege sind individuelle Lösungen natürlich kaum möglich bzw. müssen auf Wunsch extra bezahlt werden. Die Software ist zudem nicht einsehbar und es ist dringend notwendig, sich im Vorfeld genau zu überlegen, ob die gesetzten Ziele so überhaupt erreicht werden können. Zudem sollte man sich dringend mit der Zukunft beschäftigen – ist diese Lösung auf lange Sicht geeignet und falls nein: Lohnt es sich, erst später andere Maßnahmen zu ergreifen?

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Ein sinnvoller Mittelweg

Trotz der genannten Vor- und Nachteile ist einer der ausschlaggebendsten Faktoren wohl das Budget. Diesbezüglich ist zu beachten, dass mit Freelancern sicherlich einfacher zu verhandeln ist, als mit Agenturen. Auch sind die Kommunikationswege hier sehr viel schneller, direkter und klarer. 

Als sinnvoller Kompromiss hat sich aus meiner Erfahrung heraus die Kombination einer Agentur für das Hauptgewerk (Softwareentwicklung oder Grafikagentur) bei einer gleichzeitigen Beschäftigung von ein oder zwei Freelancern für Spezialbereiche herauskristallisiert. Eine Agentur wird nie trotz gegenteiliger Behauptung perfekt arbeiten und es braucht ein wohlwollendes Korrektiv und in vielen Fällen auch Fachexpertise für einen Teilbereich. In der Software-Entwicklung können dies Experten für Relaunches sein oder ein Experte für den SEO-Bereich; im grafischen Bereich ein zusätzlicher Lektor oder Experte für den abschließenden Vertrieb der Produkte. Im Zusammenspiel entstehen hier die besten Produkte, sofern die Chemie und Selbstverständnis der Rollen unter den Beteiligten stimmt.

Zusammengefasst bedeutet das für die Praxis: Sie sollten möglichst ein genaues Zielprodukt vor Augen haben und klare Anforderungen formulieren. Besonders kleine Produkte und Ziele bieten sich für den Anfang an, da diese nicht nur schnell auf dem Markt zu platzieren sind, sondern vor allem auch deutlich einfacher zu beobachten und zu verbessern sind. Probleme im Prozess fallen so schneller auf und können einfacher behoben werden. Sobald ihre Ziele feststehen, bringen Sie unterschiedliche Expertisen zusammen und dann starten Sie durch, gerne auch mit unserer Hilfe.

Über den Author

Stefan Lesting

Stefan Lesting ist Geschäftsführer der Lesting Media & Consulting. Zusammen mit seinem Team berät er Unternehmen und Organisationen zu den Themen Reichweitensteigerung, Social Media und Digitale Transformation. Lesting hält in diesen Bereichen regelmäßig Vorträge und leitet Workshops.

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