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  • am 04.02.2010
  • um 01:02 Uhr
  • von Stefan

Die Perfektionierer 0

Feb4

Gerade bin ich bei Spiegel-Online über einen Artikel gestoßen mit dem Titel „Karriere, Karriere, Knick – Studenten im Optimierungswahn“. Ich finde diesen Artikel genial, da er ziemlich gut einige ausgewählte Milieus der jungen Menschen beschreibt und einige besondere Eigenschaften dieser Generation, also auch meiner aufzeigt.

Es ist schwer zu glauben, dass man selber „alles“ dafür macht, um im System zu funktionieren, doch es ist ohne Zweifel wahr. Wir streben danach Karriere zu machen und dabei halten wir uns alle Optionen offen. Aus diesem Grund kommt es nicht selten vor, dass vor allem junge Menschen konkreten Ziele benennen können oder sollte man doch besser sagen möchten? Ich glaub, dass es eine Mischung von beiden Aspekten ist.

Zum einen birgt die Zukunft sehr viele unbekannte Komponenten, so dass man sich nicht festlegen möchte und auf der anderen Seite ist es oft wohl nur eine strategische Maßnahme. Ich stelle mir einfach mal vor, was passieren würde, wenn ich ganz klar formulieren würde, was meine Ziele sind. Es käme vom Gefühl her einem Offenbarungseid, also einer Niederlage sehr nahe, denn sobald ich meine Ziele offen  kommuniziere werde ich angreifbar. Die gefühlte Gefahr liegt darin, dass Personen, die mir nicht gut gesonnen sind, mit diesem besonderen Wissen, Steine in den Weg legen und mich so daran hindern meine Ziele zu erreichen.

Dies wäre einfach eine persönliche und selbstverschuldete Niederlage, welcher ich pragmatisch gesehen unproblematisch als junger Mensch aus dem Weg gehen kann, indem ich zu dem Thema schweige oder nach dem „Trick“ in der Frage suche. Ein Punkt, den ich so extrem, wie er in dem Artikel dargestellt wird, nicht hinstellen würde, ist die Sache mit dem selbstständig denken.

Klar gibt es Anna-Lenas, die sicherlich nicht selber denken können, doch gibt es ebenso Anna-Lenas, die sehr wohl dazu fähig sind. Es ist am Ende sicher einfach nur eine Frage der persönlichen Stärke, wie sicher der Mensch auftritt und wahrgenommen wird. Dies hat aber in meinen Augen wenig damit zu tun, ob junge Menschen selbstständig denken können. Dass sie es können weiß ich und so bin ich auch überzeugt, dass sie die Frage „Wer bin ich?“ sehr wohl ganz selbständig und mit einem gesunden Selbstbewusstsein beantworten können.

Ein Hinweis noch zum Abschluss: Die Frage nach dem „Sein“ ist nicht eine Frage, welche nur die jungen Erwachsenen dieser Generation sich stellen müssen, sondern vor uns schon viele andere Generationen für sich im jugendlichen Alter beantworten mussten.

Insgesamt ein sehr guter Artikel, doch bleibt am Ende eine kritische Frage ungeklärt, wenn wir doch allesamt Menschen sind: In wie weit werden junge Personen durch die Gesellschaft geprägt oder warum fühlen sich manche Personen erhaben zu behaupten, dass die Jungen das „Wichtigste“ vergessen?

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