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  • am 09.10.2009
  • um 15:58 Uhr
  • von Stefan

Sinnstiftermag – Die Nächste 0

Okt9

sinnstiftermag07In der Vergangenheit habe ich schon einmal über das Sinnstiftermag, einem Onlinemagazin, geschrieben. Vor wenigen Tagen ist nun die Ausgabe “brennen/dösen – Was zeichnet starke Glaubenszeugen aus?” erschienen. Das Thema ist im Übrigen ein guter Hinweis auf mein bald startendes Projekt (falls ich einmal Zeit habe es einzurichten). Doch nun erst einmal zu der neusten Ausgabe, denn dort ist mir was aufgefallen.

In einem Teil des Magazins gibt es immer Interviews und dieses Mal wurde Florian Sobetzko – ein katholischer Jugendseelsorger in Aachen – interviewt. Dabei stellte sich auch die Frage, was sein Arbeitgeber – die Kirche – von ihm erwarten würde. Eine durchaus sehr interessante Frage, aber die Antwort ist noch viel “genialer”. Lest selbst:

Was will die Kirche, die Sie ja bezahlt, ganz konkret von Ihnen? Was sollen Sie leisten?

Ich vermute ungefähr so: mein Auftrag ist es, die liebende Gegenwart Gottes im Leben und Alltag der Menschen erfahrbar werden zu lassen, bevorzugt ohne große Kollateralschäden.

Die Frage finde ich schon einmal super und ich denke, dass diese viel öfters den kirchlichen Mitarbeitern gestellt werden müsste, um zu überprüfen, ob diese überhaupt wissen, was sie machen sollen. Dies setzt natürlich voraus, dass die Kirche als Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter auch schon einmal definiert hat, was diese überhaupt machen sollen.

Und nun zur Antwort, die ganz klar offenbart, dass zumindest bei diesem Fall in Aachen nicht wirklich kommuniziert wird, wer welche Leistung erbringen soll. Denn wer nur “vermuten” kann, der weiß es nicht genau. Darüber hinaus kommt dann auch noch ein Geschwafel, dass zur Kirche passen könnte. “Liebe, Gott, Menschen”, da fehlt eigentlich nur noch das Stichwort “Gesellschaft”. Ich mache dem Interviewten keinen Vorwurf, denn das eigentliche Problem liegt sehr wahrscheinlich darin, dass sein Chef ihm nie genau gesagt hat, was er machen soll. Oder aber der Zeitpunkt ist lange her und es wurde auch nichts schriftlich festgehalten und Evaluation ist auch noch ein Fremdbegriff.

Abschließend prägt dann auch noch der Abschnitt mit den “Kollateralschäden”. Ähm, da frag ich mich: Geht’s eigentlich noch oder wie schlimm sieht eigentlich die Realität in Aachen aus? Ist die Lage so hoffnungslos mit den Menschen vor Ort, dass ein Jugendseelsorger nur noch versucht Kollateralschäden zu vermeiden? Falls dies so ist, kenn ich einen Trick: Einfach nichts tun und schweigen.

Ok, schlechter Trick, denn wenn wir alle nur noch schweigen und nichts mehr machen, dann können wir auch nichts mehr bewegen. Bevor es nun zu diesem Stillstand kommt, würde ich einfach noch einmal darüber nachdenken, wo die Alternativen liegen und ob ein Wagnis nicht auch eine Chance  ist und ob die Kollateralschäden nicht eigentlich nur ein Vorwand sind, um einen zu lazifairen Arbeitsstil zu rechtfertigen.

Neben diesen Ausflug über diesen Teil des Interviews kann ich euch nun aber das ganze Sinnstiftermag ans Herzen legen und wünsche viel Spaß beim Lesen.

>> Sinnstiftermag 07

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