Rething Capitalism? 20. EBS Symposium in Oestrich-Winkel 0
Wir designen unsere Zukunft und überdenken den Kapitalismus, dass waren die Ansätze des 20. Business Symposiums in der European Business School (EBS) vom 17. bis 19. September 2009. Ein sehr spannendes Thema, dass rund 1.000 Studenten mit Vertretern der Wirtschaft bei sommerlichen Temperaturen im Schloss Reichartshausen zusammen gebracht hat.
Doch bevor es an neue und alte Ansätze der Wirtschaft ging, so stand am Anfang des Symposiums ein gemütliches BBQ im Vordergrund, bei dem es möglich war andere Studenten kennenzulernen und sein Netzwerk auszubauen. Das BBQ war in diesem Fall amerikanischer Art, so wie auch das Essen an den folgenden Tagen, denn das Partnerland der Veranstaltung war Amerika auf Grund der Finanzkrise. Nach einer Nacht, die die studentischen Teilnehmer in Privatquartieren verbrachten, wurde am Freitagmorgen das Symposium feierlich eröffnet. Daran anschließend gab es verschiedene Workshops, viele Vorträge und eine Recruting-, so wie Innovations Fair.
Auf letzteren wurden einige innovative Geschäftsideen vorgestellt, wobei man sich bei der ein oder anderen Idee gefragt hat, wo ist jetzt die Innovation. Maßgeschneiderte Anzüge oder Schuhe konnte man schon immer kaufen und Luxusyachten gibt es auch schon seit ein paar Jahren. Das einzige was alle Firmen gemeinsam hatten war deren Anspruch auf Luxus und damit verbunden die sehr hohen Preise. Mit Innovation hat dieses aber nichts zu tun, denn Innovation besteht nicht nur aus dem Faktor „Erfolg“, sondern auch sehr wesentlich aus der „Erfindung“ von etwas Neuem.
Die Recruting Fair war dahingehend ein wenig unspektakulärer, denn hier wusste man, was einen erwartet. Mitunter nämlich Mitarbeiter von sehr bekannten Firmen, die wenig Interesse daran hatten zum 150. Mal zu erzählen, dass sie bisher noch keine Einstellungsstopps verhängt haben oder aber wie das Bewerbungsprozedere funktioniert. Doch zum Glück gab es neben plumpen Aussagen mit verweisen auf die Firmenhomepage oder einem Ausdruck der freien Stellen aus dem Onlineportal auch einige sehr nette und durchaus kompetente Personen an den einzelnen Ständen. Darunter auch eher für den Mainstream unbekannte Consulting Firmen, die sehr stark in einigen Nischen aufgestellt sind und hier qualitative Dienstleistungen erbringen.
Doch die meisten Firmen auf dem EBS Symposium waren keine Unbekannte, sondern große Global Player und auch die Referenten der Vorträge kennt man oftmals aus den Medien. Schade an dieser Stelle war, dass die Vorträge oftmals nicht unbedingt etwas mit den Titeln zu tun hatten und schon gar nicht mit dem Thema Rethink Capitalism. Und wenn dieses Thema doch angesprochen wurde und Begriffe wie Community Social Responsibility fielen, so hieß es meistens, dass dies sehr wichtig wäre, ABER… Aber eigentlich ist es viel einfacher und natürlich auch viel besser so weiterzumachen, wie bisher, was so viel heißt, dass wir noch mehr Kapitalismus brauchen und zwar nicht mehr nur eingeschränkt auf Europa und Amerika, sondern das es nun das Ziel sein muss neue Märkte wie Indien oder China zu erobern. Die Formel, die hier wohl gilt, lautet: mehr Menschen = mehr Konsum = mehr Wohlstand. Dabei stellt der Anstieg der Weltbevölkerungsanzahl (mehr Menschen) für die Unternehmen eine Herausforderung dar, die sie aber gerne in Kauf nehmen. So spielt der Ressourcenhandel eine wesentliche Rolle in zukünftigen Szenarien und die ein oder andere Firma ist jetzt auch schon bereit Sand und Wasser zu kaufen, um der steigenden Nachfrage (mehr Konsum), gerecht zu werden. Das der ansteigende Konsum zu größerem Reichtum (mehr Wohlstand) führt ist aber wohl nur die eine Seite der Wahrheit, denn die Schere zwischen Arm und Reich wird nicht automatisch kleiner werden und der Allgemeinheit dienen.
Was vom EBS Symposium bleibt ist die Fragestellung, ob man überhaupt Kapitalismus überdenken kann. Ansätze, die erfolgsversprechend sind, habe ich keine in Oestrich-Winkel gehört und so bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei dem Vorschlag bleibt die kapitalistische Grundstruktur noch viel extremer auszubauen und Mensch, so wie Erde komplett auszubeuten.
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