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  • am 15.06.2009
  • um 20:21 Uhr
  • von Stefan

Studie Kirche im Web 2.0 – Ergebnisse 0

Jun15

Web20StudieAm heutigen Montag, den 15. Juni wurde in Frankfurt die Studie “Kirchliche Sinnangebote im Web 2.0″ vorgestellt, welche von der “Bruderhilfe Pax” in Auftrag gegeben wurde. Die wichtigsten Erkenntnisse möchte ich hier auch direkt einmal präsentieren.

Der Einsatz von Communitys als unterstützende Maßnahme in der pastoralen Arbeit, vor allem mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ist bereits weit verbreitet und trifft das Interesse und die Nutzungsgewohnheiten der religiösen Internetnutzer.

Die Gruppenbildungsfunktion ist der Motor der Online-Communitys. Die momentan sich bildenden Gruppen im religiösen Kontext bestehen zum Großteil aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Gleichzeitig bilden die Gruppen in den Netzwerken auch ein großes Potential für kirchliche Mitarbeiter, vor allem da die Einrichtung und Bedienung sehr einfach und nicht zeitaufwendig sind.

Im Unterschied zu eigenen sozialen Netzwerken (www.vaticanfriends.com o.Ä.) sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen überwiegend in den bestehenden Netzwerken religiös aktiv.

Die geografische Verbreitung der Communitys ist sehr unterschiedlich. Zum Beispiel lohnt sich für das Bistum Trier keine Nutzung der Lokalisten, dafür aber von Wer-kennt-wen. Für das Bistum München-Freising hingegen empfehlen sich die Lokalisten, während Wer-kenntwen dort kaum genutzt wird.

Für jedes Bistum und jede Landeskirche lässt sich ein spezifischer Communitymix relevanter Netzwerke zusammenstellen.

Der Long Tail Effekt belegt, dass einmal eingestellte Inhalte im Internet immer wieder abgerufen werden können und aufgerufen werden. Wie die Auswertung des Tagessegens zeigt, können die Abrufe sogar im Nachhinein größer sein als zu Beginn. Das heißt, dass ein eigener kirchlicher Videokanal in Deutschland besonders auf Basis der Internetunterstützung Sinn hat.

Anders als im Muster der Massenmedienkommunikation, das vor allem die Quote bedient, ist es im Internet möglich, auch bei kleinen Nutzerzahlen starke Kommunikationsstrukturen zu erzeugen.

Besonders die Community Facebook bietet mittelfristig aufgrund der Applikationen und Widgets sowie mittels Facebook Connect großes Potential für die kirchliche Internetarbeit.

Die Communitys mit ihren Gruppen dienen primär der Vernetzung, nicht dem Austausch oder der Diskussion. Aus der Vernetzung innerhalb bestehender Communitys entstehen spontan oder projektbezogen neue Vernetzungen. Die Diskussionen finden nach wie vor größtenteils im „realen“ Umgang miteinander statt. Es kommt nicht zu einer Ersetzung des realen zwischenmenschlichen Umgangs durch den virtuellen Umgang sondern zu einer Ergänzung.

XING ist eine interessante Plattform für die Vernetzung von hauptamtlichen Mitarbeitern innerhalb bestehender Organisationen und Verbänden, die der Generation ab 30 Jahren angehören.

Eine der großen Gefahren im Bereich des Web 2.0 ist die Frage nach Identitätsverifizierung. So twittert zum Beispiel eine unbekannte Person unter dem Namen von Papst Benedikt XVI. und mit seinem Foto, während ein wahrscheinlich privater Nutzer auf einem YouTube Kanal angibt, im Namen der Kirche als
offizieller Priester zu sprechen.

Blogs bieten für Kirchengemeinden eine gute und einfache Möglichkeit, eine Gemeindewebsite attraktiv, kostengünstig und effizient anzulegen.

Statt eines eigenen Fernsehkanals der Kirchen wünscht sich die Mehrheit der Studienteilnehmer
eher mehr Präsenz in den bestehenden Videoplattformen.

Neue Dienste wie Mister Wong, Second Life oder Twitter werden noch kaum genutzt und werden
erst anfanghaft erprobt.

Auch wenn die Abrufzahlen (z.B. Tagessegen) nicht die hohen Raten boulevardesker Websites
erreichen, bieten sie aus kirchlich-pastoraler Sicht eine große Chance spirituelle Angebote als
Kernkompetenz der Kirche im Internet zu positionieren.

Durch zielgerichtete Verschlagwortung (tagging) sind die Inhalte kirchlicher Sinnangebote
dauerhaft im Internet auffindbar und nutzbar. Je griffiger und populärer das Tagging ist, desto
höher sind die Abrufzahlen (z.B. Tagessegen). Auch hier greift der Long Tail Effekt.

Kirchliche Videos im Internet müssen dem gleichen technischen Standard genügen, wie
andere professionelle Angebote auf den Plattformen.

>> Die Studie „Kirche im Web 2.0“ in der Langfassung (als PDF 87 Seiten)
>> Die Studie „Kirche im Web 2.0“ in der Kurzfassung (als PDF 22 Seiten)
>> Die detaillierten Umfrageergebnisse der Studie „Kirche im Web 2.0“(als PDF 51 Seiten)
>> Das Wiki zur Studie „Kirche im Web 2.0“, als Linksammlung zu den Kirchen im Web 2.0
>> Homepage der Studie „Kirche im Web 2.0“

<< Blogeintrag Kirche im Web 2.0 – interaktive Pressekonferenz mit Zugang zur Aufzeichnung

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