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  • am 11.05.2009
  • um 08:37 Uhr
  • von Stefan

Deutsche Direktheit 1

Mai11

schwarzrotgold-150x150Bei meiner kleinem Präsentationseinschub am Donnerstag im Vorstand der Katholischen Jugend Wien und auch am Freitag bei einer Besprechung ist klar geworden, wie direkt Deutsche doch manchmal sind.

Zwar stehen Deutsche in Österreich eigentlich sehr schlecht von ihrem Ruf dar, der besagt, dass sie z.B. immer Besserwisserisch  sind, doch ich denke, dass man das nicht immer Pauschalisieren sollte. Den Schuh vom Donnerstag darf ich mir anziehen, da ich ziemlich klar meine Ergebnisse, Eindrücke und Vorschläge präsentiert habe, auch wenn es nicht im Sinne eines „Österreichischem Weges” war, der oftmals eingeschlagen wird um Prozesse „zu vereinfachen”. Prozesse „vereinfachen” heißt jetzt nicht unbedingt, dass es dadurch einfacher wird, aber sie bedeuten allgemein sehr viel Freiheit für den Einzelnen um Dinge auszulegen. Vielleicht entsteht einfach durch diesen Unterschied, dass Dinge direkt angesprochen werden sehr einfach der Eindruck, dass Deutsche alles besser wissen zu glauben. Ich wäre zwar mit dieser Erklärung nicht glücklich, aber ich  könnte mir durchaus vorstellen, dies als Ansatz zu nehmen hier weiter zu denken.

Was sicherlich dennoch Fakt ist, dass viele Deutsche sich in Österreich sicherlich nicht angemessen benehmen. In Ländern, wo nicht Deutsch gesprochen wird, müssen sie sich schon alleine wegen der oftmals schlechten Fremdsprachenkenntnis unterordnen, aber hier können sie ja in ihrer Muttersprache mal ein wenig „protzen”. Auf der anderen Seite sind die Österreicher auch nicht ganz unschuldig an der Situation aus meiner Sicht, denn sie ordnen sich immer durch die Größe des Landes unter und fühlen sich benachteiligt.

Praktisch kann man die Situation im Übrigen damit verfolgen, wie viele Witze und Klischees es über Deutsche gibt von österreichischer Seite im Verhältnis der Vorurteile und Witze von Deutscher Seite gegenüber Österreich. Für die Deutschen spielt Österreich irgendwie weniger eine Rolle als Deutschland für die Österreicher.

Praktisch kann ich nur sagen, dass jeder Deutsche, wenn er nach Österreich, aber auch in andere Länder fährt sich auf die Situation einlassen sollte und sich einfach mal als Ausländer betrachten sollte, der die Kultur des Landes erst einmal akzeptiert und nicht den Anspruch hat diese in seinen Vorstellungen verändern zu wollen.

Dennoch so mein Eindruck sollten sich einige Österreicher auch etwas von den Deutschen abschauen und dieses im Bezug auf die Direktheit. Dinge beim Namen zu nennen hilft und auftretende Konflikte und Unklarheiten können sehr stark verringert werden ohne jemandem zu schaden.  Gerade diesen letzten Punkt sag ich nicht als Deutscher, sondern als Beobachter, der gesehen hat, dass Österreicher, welche klar sagen was sie wollen viel erfolgreicher sind als die, welche den österreichischen Weg wählen.

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There is one comment for this post

  1. Hm… So extrem habe ich das in meinem Auslandsjahr als Deutscher in Österreich bisher nicht erlebt. Ganz im Gegenteil: Die Österreicher sind sich der Tradition der k.u.k.-Monarchie bewusst und fordern auch eine entsprechende Würdigung ein. Sie honorieren auch (manchmal belustigt), wenn man sich ihren Sprachgewohnheiten anpasst,denn sie pflegen die Sprache meine ich mehr als die Deutschen. Nach einem kleinen Crashkurs in Österreichisch konnte ich mich sehr gut artikulieren. Immer mit dem Gedanken im Hintergrund: Auch wenn mein Land (Deutschland) größer ist, so bin ich hier doch nur Gast in einem anderen Land. Wenn man dann nicht als “Piefke” bei den “Ösis” auftritt, sondern neugierig auf die andere Kultur zugeht, steht einem harmonischen Miteinander nichts im Wege…

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