Die letzten Tage in Schweden 0
Wäsche waschen, Zimmer aufräumen, Fenster putzen, bloß die Gardinen nicht vergessen und natürlich auch noch daran denken das Buch zur Uni zurück zu geben. Ist hier die Rede von Stress? Nein, nicht wirklich sondern eher der strukturierte Ansatz seinen Abschied aus Schweden vorzubereiten.
Der Abschied ist mittlerweile vollbracht und es war viel zu tun und es ist alles erledigt, was in Schweden erledigt werden musste. Das Zimmer ist zurück gegeben und nun befinde ich mich auch schon auf dem Heimweg und noch genauer im Hotel in Göteborg.
Doch springen wir zurück zum letzten Freitag, den 12.12.2008. Ein wenig zu spät machte ich mich auf nach Växjö um Anna und Mike vom Flughafen abzuholen. Ein super Erlebnis war, dass etwas 20 Minuten von Ronneby entfernt Schnee lag. Auf der Rückfahrt machten wir so auch noch mal halt um eine kleine Schneeballschlacht zu machen. Nach der Rückkehr in Ronneby dem Einrichten der Schlafplätze ging es dann spontan noch in einen Pub im Dorf mit den Holländern und Hermann. Im Pub trafen wir noch auf Asia und Melissa, die die selbe Idee hatten. Da in Pubs um 2 Uhr die Lichter ausgingen, war es kein langer Pubbesuch und so zogen wir weiter über den Marktplatz, wo wir einige total betrunkene schwedische Jugendliche trafen, die bei dem 15 Meter hohen Weihnachtsbaum irgendwie die Beläuchtung ausgeknipst hatten. Eine Sache war recht beeindruckend bei den Jugendlichen und zwar sprachen die trotz ihres sehr benommenen Zustandes noch ein total perfektes Englisch. Deutsche Schulen könnten sich in dem Gebiet auf jeden Fall ein paar Dinge mehr abschauen, denn soetwas würde man in Deutschland nicht so schnell finden.
Am Samstag dann ging es mit den beiden Besuchern nach Karlskrona, wo wir uns die Stadt noch einmal angeschaut haben. Am Nachmittag gab es dann noch einmal Raclette, dieses Mal bei Hermann im Raum, aber trotz der leckeren Dinge, die wir aufgefahren hatten wurde nur sehr wenig verspeist. Später ging es noch ein letztes Mal in den Club um noch einmal richtig mit allen zu Tanzen.
Sonntags ging es dann nach Hasslö, einer kleinen Insel die zwischen Ronneby und Karlskrona liegt. Zuerst bestiegen wir noch einen Hügel mit Steinen, die eine Pyramide darstellten und später fuhren wir zum Strand. Am Abend ging es weiter zur letzten Pizza-Night der Erasmusstudenten. Ort des Geschehens war wieder einmal das Polenhaus und außer den Holländern waren auch alle dabei. Die Pizza war richtig Klasse, auch wenn es das letzte Mal in dieser Runde war.
Abschied bedeutet ja immer, dass viele Gruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt, dass letzte Mal etwas zusammen tun und so gab es am Montagabend noch die letzte Erasmus-Party des aktuellen Semesters in Ronneby. Viele von uns, so wie ich, werden nach Weihnachten nicht mehr zurück kommen und ihre Kurse von zu Hause abschließen. Die Party war super besucht und ein richtiger Erfolg, auch wenn ein paar Dinge den Abend trübten.
Darunter auch, dass ich am Dienstag meine ganzen Klamotten endgültig zusammen packen musste und die wichtigsten Dinge schon einmal vorab richtig von Anna, die mich dankenswerterweise fleißig unterstützt hat dabei, und mir gesäubert. Am Dienstagabend überraschten mich dann die Holländer, die versuchten meinen Twingo ein wenig aufzuwerten. Ich war von der Idee doppelt begeistert, denn neben der Tatsache, dass er richtig dreckig ist und nun wenigstens der Dreck nicht mehr sichtbar sein würde, waren sie davon abgerückt meinen Twingo umzukippen oder sogar auf Kisten zu stellen. Die Aktion kann unter das Stichwort Verhüllungen fallen, da sie doch tatsächlich eine Unmenge an Toilettenpapier dafür aufwendeten das Auto zu bedecken. Es war eine sehr amüsante Aktion. Überraschend dabei war vor allem, dass sie das Auto wieder befreit haben direkt im Anschluss. Vielleicht kamen sie sich ein wenig komisch vor als ich anfing mich darüber zu freuen, Fotos machte und ihnen auch noch ein Cider vorbeibrachte
Kurz vor Mitternacht am Dienstag ging es dann noch los mit einer Handvoll Erasmusstudenten, so wie Anna um einen Weihnachtsbaum für Melissa im Wald zu suchen. Am Ende unseres Spazierganges hatten wir zwar keinen Baum im Walt gefunden, aber kurzerhand Kevin, einen der Holländer umfunktioniert.
Mittwochmorgen ging es dann nach der Inspektion des Raumes auf große Abschiedstournee. Es war ein langer Weg, da ich der erste war und somit allen auf einmal Tschüss sagen musste. Viele sehr schöne Erinnerungen kamen dabei auf und diese haben den Abschied irgendwie sehr einfach gemacht auf der einen Seite, aber auch recht schwer auf der Anderen. Da es für mich nun nicht der erste Abschied dieser Art war fiel es mir aber verhältnismäßig leicht, da mir die Erfahrung sagt, dass man die für einen wichtigen Personen später wieder treffen wird und daran glaube ich auch dieses Mal.
Im weiteren Verlauf des Tages stand dann das Schloß in Kalmar auf dem Programm, wo wir auch noch einen Cache heben konnten und später besuchten Anna und ich dann Michel in Lönneberga. Der Rückweg findet, wie man sehen kann nicht direkt statt und so standen noch Ikea auf der Route, bevor wir nach Stockholm fuhren. Dort verbrachten wir zwei Nächte und besuchten gefühlte 100 Modegeschäfte. Danach ging auch nichts mehr und ich relaxte noch ein wenig im Pool des Hotels und der Badewanne.
Am gestrigen Freitag, dann die Weiterfahrt nach Göteborg und abends noch direkt in die Stadt rein, nachdem wir eingecheckt hatten. Das Hotelzimmer war hier leider ein wenig kleiner, dafür aber gemütlicher. Meine Augen fallen mir gerade zu und deshalb muss es zu einem anderen Zeitpunkt noch ein paar weitere Infos über unsere Rückfahrt geben. Darunter zum Beispiel, was schwedische Autofahrer ausmachen oder aber das Schlange stehen überall..
Ganz viele Fotos sind in der Galerie!
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