Erasmus Forever 0
Seit Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten hat eine polnische Eramusstudentin in ihrem Skype Status eben die hier verwendete Überschrift stehen. Es ist ein gutes Beispiel um zu zeigen, dass wir hier eine sehr schöne Zeit hatten. Die wichtigsten Dinge, die ich in meiner Zeit hier gelernt habe möchte ich hier nun kurz Zusammenfassen. Kommt mit auf einen Streifzug durch Europa..
Wie ihr wisst sind wir hier ein sehr bunter Haufen an Studenten aus Frankreich, Polen, Österreich, Russland, Holland und Deutschland. Mit der Zeit konnten wir viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen. Hier einmal die Dinge, die die Welt wissen muss
Über die Holländer wissen wir Deutsche ja schon einiges. Die Essen nur Käse und kümmern sich sonst den ganzen Tag nur um ihre Tulpen. Aber was ihr vielleicht noch nicht wisst ist, dass es da so ein komisches Dorf gibt, welches sich AADORP nennt. Und ich kann sogar noch einen drauf setzten, den laut Robin, einem der Holländer, liegt AAdorp auch direkt neben BBdorp und klar wird dann auch, dass CCdorp auch nicht weit weg sein kann.
Über uns Deutschen gibt es gerade einmal wenig zu erzählen, wir sind halt Elite, was Pisa Studien betrifft und laut Dirk, der aus der Nordsee stammt gibt es in Cuxhaven den besten Fisch.
Machen wir schnell weiter und zwar mit Natalia, die aus Russland stammt und seit einiger Zeit in Baden Württemberg studiert. Das Bekannte über Russland ist ja eigentlich, dass man sich zwischen aufstehen am Morgen und ins Bett gehen am Abend eigentlich nur von Wodka ernährt. Etwas eher Unbekanntes ist aber, dass die Russen keine eigenen Wörter mehr gefunden haben für das was wir Schranke bezeichnen und für den Eisberg. Eisberg heißt auch bei ihnen Eisberg und für die Schranke sagen die doch glatt Schlagbaum. Und wenn das nicht schon genug wäre haben die auch noch Vorurteile über uns Deutsche. Wusstet ihr, dass wir in Deutschland unsere Straßen mit Haarshampoo waschen? Ich noch nicht, aber wäre sicher mal eine lustige Idee um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Über die Franzosen gibt es wenig zu berichten, abgesehen davon, dass Polinnen aus ihrem Beutemuster nicht auszuschließen sind. Was nicht überraschend ist, dass sie sich sehr über Korkenzieher freuen um Weinflaschen zu öffnen.
Nun da ich gerade schon Polen erwähnt habe mache ich dort doch gerade einmal weiter. Wie auch die Russen anscheinend kennen die Polinnen erst recht die Maßeinheit Tassen. Wie viel Gramm oder Kilo nun so eine Tasse in sich hat, hab ich noch nicht verstanden, aber wenn wir gemeinsam gekocht haben hat es irgendwie immer gut funktioniert. Sonst gibt es über das Leute dort noch zu erzählen, dass sie gerne einen Schlafrock anziehen. Sie schreiben das ein wenig anders, da sie sich dann doch von diesem altmodischen deutschen Wort verabschieden wollten, aber gemeint ist das Gleiche. Die Polen haben im Übrigen viele Verbindungen zu Russland und so ist eines der Nationalgerichte „Russische Piroggen“ und da war auch noch eine Verbindung bei dem Wodka. Na dann mal „Nastrovje“!
Am Ende bleibt noch ein Teil der Erde übrig, den ich seit Erasmus nicht mehr zu Deutschland zählen darf und zwar Österreich. Ja ihr habt richtig gehört, dass ist ein eigenständiges Land mit sehr vielen Bergen seit einigen Jahren. Was auffällig war, dass aus diesem Erdabschnitt super nette Leute kommen und nur ein kleiner Teil zu einer Spezies gehört, die unsichtbar im Hinterland lebt und in Alphörner bläst. Was bei den Österreichern ein wenig verwirrend ist, dass sie für alles einen anderen Namen haben. So wird z.B. aus Kochschinken dann Schinken, Schinken wird zum Speck und aus Speck wird Fett. Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass dieses wechseln der Namen eine Art Volkssport ist. Zum Glück sind wir nie bei dem Spiel gescheitert, denn das hätte schlimmer Folgen gehabt: Hungertod beim Racletteessen.
Es gibt sicherlich noch viel mehr zu den Österreichern zu sagen, aber ich schließe es mal einfach ab mit Baba.
Ihr merkt, Erasmus ist Spaß und ich kann es jedem nur empfehlen auch daran teilzunehmen während seines Studiums. Man lernt so manches über sein eigenes, aber auch über die vielen Nachbarländer kennen. Und falls das nicht genug ist, dann kann so manch ein Erasmusstudent mit dem nachfolgenden Slogan argumentieren, der alles, aber wirklich alles beschreibt: Love is in the air!

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