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  • am 17.11.2008
  • um 01:02 Uhr
  • von Stefan

Langer Nachgeschmack 0

Nov17

Seit einiger Zeit wird bei uns in regelmäßigen Abständen mit vielen Erasmusstudenten aus Ronneby jeweils herkunftstypisch gekocht. Das erstaunliche ist, dass die Köche oftmals das erste Mal ihr so „typisches“ Landesgericht selber kochen und das kann so manche Auswirkung haben.

Den Anfang haben vor einiger Zeit die Polinnen gemacht mit den Piroggen, die Franzosen hatten bald darauf nachgelegt mit Crêpes und einer Art Sandwich mit den Namen Croque Monsieur. Heute und vorbereitend auch schon gestern gaben dann Melissa und Hermann den Ton an um mit uns Gulasch und Apfelstrudel zu fertigen. Beides war wie auch schon bei den Vorgängern sehr lecker, auch wenn laut Melissa, ihre Mama den Strudel besser machen kann.

An der ganzen Kochsache heute gab es nur einen kleinen Schönheitsfehler, denn der Apfelstrudel wurde zwar mit Puderzucker und Sahne serviert, aber es fehlte die Vanillesoße. Nicht, dass die beiden diesen vergessen hätten, aber unglücklicherweise hat er ein wenig (mehr) angesetzt. Die Soße war am Ende auf jeden Fall ungenießbar, aber da fast keiner wusste, dass es die eigentlich dazu gibt hat auch keiner gemeckert.

Jene Soße hat aber nun doch bei mir einen kleinen Nachgeschmack hinterlassen und zwar nicht dadurch, dass ich sie probiert hatte, sondern da sie in meinem Pott gemacht worden war. Als das Ausmaß noch nicht so ganz ersichtlich war hatte ich noch gesagt, dass ich den Topf mitnehme, einweiche und dann mal eben auswasche.

Zu Hause angekommen den Pott natürlich direkt ins Wasserbad gestellt ordentlich Spülmittel dazu und mehr als 4 Stunden einweichen lassen. Soweit war es ja noch keine Arbeit, doch dann kam „das mal eben“ auswaschen. Bei der ersten Betrachtung sah noch alles gut aus, da der Topf schwarz war, eben schwarz wie der Boden, doch irgendwie war der Boden nicht der Topfboden, sondern angesetzter oder soll ich besser verbrannter Pudding sagen.

Bis dahin dacht` ich zwar noch, ja was soll’s Stahlschwämmchen dabei und sofort ist das Teil auch wieder in Ordnung. Etwa 5 Minuten später, unzählige Male ausschütten des Pech-schwarzen Wassers wunderte ich dann doch ein wenig, dass ich immer noch den richtigen Boden gesehen habe. Nach kurzer Überprüfung musste ich dann erkennen, dass nicht etwa ein bisschen Pudding verbrannt war, sondern etwa die untersten 0,75 Zentimeter.

Somit gehörten dann die weiteren nächsten 30 Minuten auch noch dem Topf, der mit scharfem Ofenspray, Literweise warmen Wasser, eine Menge Spülmittel, dem Stahlschwamm und einem Messer, welches als Meißel umfunktioniert wurde, bekämpft.

Das humorvolle Fazit mit einer großen Prise Ironie lautet demnach wie folgt: Falls ihr einmal eure Hände und vor allem eure Fingernägel garantiert richtig sauber haben wollt, dann kocht mit Österreichern in einem eurer Töpfe Vanillesoße.

Allen viel Spaß beim ausprobieren. Beim nächsten Mal wird im Übrigen Deutsch gekocht und es wird Kartoffelpfannkuchen (auch bekannt als Reibeplätzen oder Kartoffelpuffer) geben. Dazu servieren wir dann sicherlich Apfelkompott, wobei wir dieses dann (ausnahmsweise) nicht selber machen werden :D

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