Stolperstein 0
Das ich wenn ich mein Emailprogramm jeden Tag starte keine Reizüberflutung bekomme wundert mich immer wieder. Dort laufen hunderte Emails und RSS-Beiträge jeden Tag auf und viele landen direkt im Papierkorb, aber bei wenigen bleibe ich hängen. Dieses Mal war es die Buchempfehlung „Deutschlands sexuelle Tragödie – Wenn Kinder nicht mehr lernen was Liebe ist“.
Ausschlaggebend, dass ich hängen geblieben bin ist der Untertitel, da ich mich vor allem während des letzten Jahres, wo ich Katechet in der Firmvorbereitung war, einmal genauer mit dem Thema „Liebe“ und dessen Umgang beschäftigt habe. Was vielen gar nicht bewusst ist, dass Liebe gleich Gott ist und er durch den Tod Jesu Christi zeigt, dass er (Gott) uns seine Liebe auf der Erde geschenkt hat. Aber nun von diesem kurzen Ausflug in die Theologie in die harte Realität und der These, dass Kinder nicht mehr wissen was Liebe ist.
In dem Buch, welches im Gerth Verlag erschienen ist und von Bernd Siggelkow (Leiter der Arche) & Wolfgang Büscher (Pressesprecher der Arche) geschrieben wurde geht es darum auf ein Problem in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Kinder wissen nicht mehr was Liebe ist, da sich heute alles nur noch um Sex dreht, was mit Liebe in Zusammenhang gebracht wird. Im Endeffekt bedeutet dieses, dass wichtige Werte rund um das menschliche Zusammenleben, Kindern in der heutigen Zeit, nicht mehr vermittelt werden. Eltern haben keine Zeit und sind mit ständig wechselnden Partnern schlechte Vorbilder und auch ständig beschäftigt. Wie soll die nächste Generation Vertrauen aufbauen zu anderen Personen, wenn es doch eigentlich nur um einen zeitlich begrenzten Lustakt geht? Und welche Folgen hat dieser Trend für unsere Gesellschaft?
In dem Buch wird über eine ganze Reihe Kinder berichtet, die mit dem Problem kämpfen. Die Namen sind zwar anonymisiert, aber dafür sind ihre Geschichten umso erschreckender. So wird über die 14 jährige Jana berichtet, dass ihre Mutter ihre beste Freundin ist mit der sie sich auch mal einen Porno anschaut um neue Sexstellungen kennen zu lernen. Jana hat im Übrigen auch einen Freund, der schon 40 Jahre ist, aber die Mutter freut es, da er die beiden nun zum Einkaufen fahren kann und sie darin einen materiellen Vorteil sieht.
Man könnte meinen, dass das angesprochene Problem ein Unterschichtenproblem wäre, doch die Autoren sind dort anderer Meinung. Das Buch geht in ein Tabuthema und reißt unerwünschte Fragen auf, es ist ein Stolperstein der uns sicherlich noch lange als Gesellschaft begleiten wird.
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