artikel details

  • am 29.09.2008
  • um 23:59 Uhr
  • von Stefan

Chaos-Tag 0

Sep29

In der Nachbetrachtung dieses Tages muss ich mich wundern, dass ich heute Morgen unversehrt aufgewacht bin, aber das gehörte wohl zu den 50% die nicht nach Murphys Gesetz abgelaufen sind. Aber ein Tag beginnt ja bekanntlich um Mitternacht und schon da fing es an.

So ist mein Versuch über ICQ zu kommunizieren zum Beispiel direkt einmal fast komplett gescheitert. Nicht, dass wir unterschiedliche Sprachen gesprochen haben, aber ich wurde nicht verstanden wohl auf Grund zu vieler Gedankensprünge. Auch wenn die darauf folgende Nacht in Ordnung war ging es jetzt erst richtig los. Das Aufstehen hat noch geklappt, aber ich war schon kurze Zeit später, zu spät dran um noch vor der Zugfahrt nach Karlskrona zur Bank in Ronneby zu gehen. So bin ich direkt zum Bahnsteig und nach Karlskrona Hauptbahnhof gefahren. Dort um 11.22 Uhr angekommen schnell zur Bank um in demselben Zug um 11.38 Uhr eine Station nach Bergåsa zurück zu fahren. Den Zug hab ich noch gerade bekommen, doch als ich aussteigen wollte meinte der Schaffner, der zufällig an der gleichen Tür stand, dass es mir nicht erlaubt sei auszusteigen, da diese Station nur Zustiegsmöglichkeit sei. Nicht so lustig war, dass er mich zuerst einmal richtig auf schwedisch Vollgetextet hatte, wobei ich das erst gar nicht mitbekommen hab auf Grund dessen, das ich am Musikhören war. Da ich unbedingt bis 12 Uhr nun aber beim International Office sein musste und ich das Ganze für einen schlechten Scherz gehalten hab bin ich natürlich trotzdem ausgestiegen, wobei ich wieder erwarten nicht festgehalten wurde.

Am Internationalen Office angekommen fand ich dann den netten Hinweis, dass dieses am heutigen Montag nun geschlossen wäre. Na toll, so konnte ich Natalia, Hermann und mich nicht für einen Polentrip anmelden, der am übernächsten Wochenende stattfindet. Stattdessen hab ich nun noch eine Chipkarte mehr von der Uni, nachdem ich den Fotograph überzeugen konnte, dass mein deutscher Führerschein ein amtliches Dokument ist und er weder auf dem Führerschein noch in meinem Reisepass eine Steuernummer (ja ihr lest richtig, es geht um eine Einkommenssteuernummer) vorhanden ist.

Da die Zeit nun mittlerweile fortgeschritten war musste ich nun wieder zum Bahnhof um den Zug um 12.22 Uhr aus Ronneby kommend zu nehmen um in die Innenstadt zu fahren und so der Plan Melissa in diesem Zug zu treffen um dann mit ihr zu ihrem Language Day Unterricht zu gehen. Am Bahnhof – ich glaub ich hätte dieses Mal nicht einsteigen dürfen – angekommen wartete ich einige Zeit, aber kein Zug kam. Da in der Nähe des anderen Bahnsteiges die Busse in die Stadt fuhren hab ich als es mir mittlerweile komisch vorkam, dass der Zug nicht erreichte mich dorthin bewegt. Kurze Zeit später gab es dann eine Durchsage, dass es Schienenersatzverkehr geben würde in irgendeiner nicht definierten Art und Weise. Da ich nun irgendwie ins Zentrum kommen musste hab ich dann den erst besten Bus genommen und der Fahrer bestätigte mir, dass dies der schnellste Bus wäre. Pustekuchen, denn dieser Bus fuhr nicht den kürzesten und schnellsten Weg. Mittlerweile hatte ich mich mit dem Schicksal abgefunden und ich wartete eigentlich nur darauf, dass mehr passierte. Tatsächlich tat sich dann auch gleich an der ersten Bushaltestelle etwas und zwar kam der Busfahrer auf einmal auf die Idee den Bus auszustellen und mit einer Seelenruhe eine Klappe – die wahrscheinlich wohl unwichtigste Klappe im ganzen Bus – richtig zu verschließen. Durch diese Aktion waren wir schon fast weitere 10 Minuten im Verzug und so warteten an jeder Bushaltestelle nun fast doppelt so viele Fahrgäste, die eigentlich den nächsten Bus hätten nehmen wollen. Doppel so viele Fahrgäste bedeutet natürlich auch doppelt so viel Zeit beim einsteigen und es wurde später und später. Schließlich kam ich nach einer Stunde warten und Busfahren endlich an dem Punkt an, wo ich hätte in zwei Minuten Zugfahren hätte sein wollen.

Das nächste Vorhaben war dann aber doch ziemlich erfolgreich relativ gesehen und zwar hab ich nach einiger Zeit Melissa in der Nähe der Schule gefunden. Zuvor auf dem Weg dorthin hab ich es sogar geschafft ohne irgendein Unglück herbeizurufen einen Muffin und eine Handy Prepaidkarte zu kaufen. Ok, es blieb mir versagt das Handy aufzuladen, doch das Problem hab ich mit fachfrauscher Hilfe später gelöst bekommen.

Da der Tag noch nicht vorbei war und der Language Day Unterricht gut geklappt hat wartet die nächste Überraschung auf dem Weg zum Bahnhof. Ich erinnere mich nur, dass ich etwas in der Art „Das ist ganz schön schwarz dort vorne am Himmel“ gesagt habe und drei Schritte später standen wir in einem richtigen Regenguss, der von jetzt auf gleich da war.

Zu Hause wieder angekommen hab ich nun versucht Dinge zu tun, wobei niemand zu Schaden kommen konnte, wie Zimmer staubsaugen und wischen oder Essen kochen. Glücklicherweise kann ich nur berichten, dass wirklich nichts aufregendes mehr passiert ist. Das Essen war zwar nicht wirklich lecker, aber sonst.. ..ach sonst hat der Tag mehr oder weniger damit aufgehört, wie er angefangen hatte. Ich wurde mal wieder nicht verstanden..

Für morgen hab ich beschlossen, dass wieder ein wenig Normalität einkehrt. Dem werde ich nun positiv entgegen schlafen!

subscribe to comments RSS

There are no comments for this post

Please, feel free to post your own comment

* these are required fields