See you 2011 in Madrid 0
Auch wenn der 23. Weltjugendtag in Sydney nun schon vorüber ist ein paar Worte zu diesem Event in der katholischen Kirche. Rund 400.000 Menschen waren bei dem Abschlussgottesdienst und Millionen an den Fernsehern. Das klingt komisch gerade in Zeiten, wo Kirche in Deutschland oft nur in den negativen Schlagzeilen steckt.
Klar kamen viele der Zuschauer die das Event Live oder auch Zeitverzögert gesehen haben nicht aus Deutschland, sondern aus anderen Ländern der Erde, doch es gibt auch hier in Deutschland noch viele Jugendliche und junge Erwachsene, die glauben. Ich spreche von einem Glauben, der tief bei den Menschen drin sitzt, aber nach außen nicht gezeigt/gelebt wird. Oft ist es das Image, welches davon abhält sich zu seinem Glauben zu bekennen. In die Kirche rennen und beten, dass machen doch nur die Großeltern und sicher nicht mehr die junge Generation. Aber dennoch gerade in Zeiten, wo Veranstaltungen, wie Weltjugendtage, Katholiken- oder Kirchentage stattfinden, merke ich sehr stark, dass das Interesse am Glauben da ist. Personen, die mit der Kirche schon lange nichts mehr zu tun haben wollen erkundigen sich plötzlich über die Ereignisse von denen sie gehört, gelesen oder die sie gesehen haben. Oft sind dies erst einmal Statements, die unverschämt wirken, wenn man sie hört, wie: „Hab gehört, dein Papst vergnügt sich gerade in Sydney.“ Nach solchen Aussagen stelle ich immer ziemlich schnell fest, dass der Papst ganz sicher nicht „mein“ ist. Gerade wenn ich von dem Papst Besitz ergreifen würde, dann müsst ich ja auch allzeit mit seinem handeln und mit seinen Lehren identifizieren können. Um aber wieder auf die Ausgangsthese zurück zu kommen, dass Glauben immer noch irgendwie vorhanden ist kann ich dann oft nur in den sich anschließenden Gesprächen feststellen, dass mein Gegenüber oft die Gelegenheit nutzt um ganz vorsichtig noch andere Themen abzuklopfen. Oftmals geht es in die Richtung, wie man es schafft den eigenen Glauben in eine Ausdrucksform zu bringen. Auf Interesse stoßen immer wieder die größeren Veranstaltungen wie WJT, KT oder DEKT, aber auch einzelne Events wie Gebetsabende mit Taizé-Liedern oder Spätschichten. Wichtig ist dabei oft die Anonymität, die gewährleistet werden muss. Der Jugendliche und der junger Erwachsener braucht anscheinend immer eine Ausrede, dass er nicht wegen seinem Glauben dort sei, sondern wegen der Großveranstaltung, dem Liedergesang oder aber gar, dass man überhaupt nicht Bescheid wusste, wo man hin geht, wie bei einer Spätschicht. „Ich dachte das wäre eine soziale Aktion..Spätschicht, dass ist doch die Arbeit am Abend“.
Damit die Kirche in der Zukunft auch noch einen Platz in Deutschland hat bedeutet dies wohl, dass sie sich ein neues Image zulegen muss, wo Spaß in der Gemeinschaft und Glauben in einem gesunden miteinander stehen.
Bis zum nächsten Weltjugendtag in Madrid, wo diese beiden Faktoren wieder gegeben sein werden, sind es noch drei Jahre (August 2011). Eine sehr lange Zeitspanne, die überbrückt werden sollte von den Verantwortlichen in der Jugendarbeit und Seelsorge und zwar durch Handlung und weniger durch Diskussion.
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