artikel details

  • am 07.06.2008
  • um 00:38 Uhr
  • von Stefan

Katholikentag 2008 – Ein Rückblick 0

Jun7

Vom 21. bis 25. Mai fand der Katholikentag in Osnabrück statt und ich war live mit dabei als Hallenleiter. Das heißt zwar, dass ich vom gesamten Katholikentag wenig gesehen habe, dafür kenne ich nun aber viele kleine Geschichten, die sich nicht in der Öffentlichkeit abgespielt haben.

Mein Einsatz für den Katholikentag fing, wenn man es genau nimmt, schon im letzten Winter an, wo ich zugesagt hatte bei einem Guide für Hallenleiter mitzuwirken und diesen zu Gestallten. Dies hat sich dann bis kurz vor dem Schulungswochenende für Hallenleiter einen Monat vor Beginn des KT’s hin gezogen. Nach dem Wochenende ging es dann aber noch weiter und der Hallenleiter-Guide, so wie er nun heißt wurde umgebaut zu einem Helferkompass. Informationen wurden ausgetauscht oder gar gestrichen und es wurde auch noch einmal vieles neu produziert. Was dabei schön mit anzusehen war, dass war die Tatsache, dass sich mit jedem Tag zum Katholikentag hin ein immer klareres Bild aufzeigte, wie der Katholikentag organisiert ist.

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Weitere Bilder hier in der Katholikentagsgalerie!

Zurück zum Hallenleiterwochenende in Haus Ohrbeck, welches Nahe von Osnabrück in Georgmarienhütte liegt. An dem Wochenende wurde endlich das „Geheimnis“ gelüftet, wer in welchem Objekt die Hallenleitung übernehmen sollte. Hallenleiter zu sein bedeutet vor allem direkt an einem Veranstaltungsort, wie zum Beispiel einer Schule, einer Halle oder einer Bühne zu sein und an der Stelle die Koordination zu übernehmen zwischen dem Hausmeister, den Helfern und den Mitwirkenden. Als Hallenleiter ist man vor Ort meist der erste Ansprechpartner und für kleine und große Probleme oder einfach nur für den generellen Ablauf. An dem HL Wochenende erfuhr ich also, nachdem noch ein wenig umdisponiert wurde, dass ich Hallenleiter in der Ursulaschule sein würde. In der Ursulaschule war das Frauen- und Männerzentrum angesiedelt. Die Themenvariation an der Stelle war im Übrigen sehr groß, genau so wie die Umsetzung der Programmpunkte als Podiumsdiskussionen, Gesprächskreise, offenes Singen bis hin zu Werkstätten und Ausstellungen. Zu den genauen Inhalten kann ich wenig sagen, da ich davon so gut wie gar nichts mitbekommen habe, aber dazu später mehr.

An dem Wochenende selber waren wir noch in Kleingruppen mit den dazugehörigen Programmmitarbeitern oder wie in meinem Fall mit der Programmmitarbeiterin vor Ort an den Objekten und haben uns diese anschauen können. Ein weiteres Highlight des Wochenende war sicherlich die Belehrung in der Versammlungsstättenverordnung des Landes Niedersachsens..

Auf der Timeline erfolgt nun hier erst einmal ein Sprung bis in die Woche vor dem Katholikentag, wo ich mich regelmäßig auf den Weg gemacht habe nach Osnabrück. Insgesamt komme ich somit auf fast zwei Wochen Katholikentag am Stück. Im Vorfeld half ich dem Orga Team bei verschiedenen kleineren Aufgaben, die noch zu erledigen waren. Angefangen von der Mithilfe beim Erstellen und der Laminierung von Schildern über die Versendung von Briefen an Busgruppen bis hin zur Auslieferung von Katholikentagsfahnen war alles dabei. Eine kleine Herausforderung, die noch erwähnt werden kann war sicherlich die Erstellung einer kleinen Accessdatenbank, woraus später ein Telefonbuch für Funktionsträger erstellt wurde. Auch wenn es rein theoretisch ein einfaches ist, so warfen sich von Zeit zu Zeit praktisch immer wieder einige Hürden in den Weg, die aber zeitnah beseitigt werden konnten. Mit der Zeit zum KT hin kamen dann ab dem Samstag vorher immer mehr Personen von außerhalb hinzu. Egal ob Bauleiter oder Funkkoordinator es wurden täglich mehr. Was interessant war an dieser Stelle, dass war die Tatsache, dass der Stress ausblieb. Klar waren die Tage vor und während dem Katholikentag für einige 24 Stunden Tage, aber auch wenn viel Arbeit anstand, wurde diese mit viel Ruhe oder vielleicht anders ausgedrückt mit viel Professionalität abgearbeitet.

Die Tage im Vorfeld waren zwar allesamt sehr interessant, doch geht es mit dem Wesentlichen erst an dem Dienstag weiter. Montags reisten noch viele Hallenleiterkollegen an, aber am Dienstag war um 10 Uhr bei den Meisten die Schlüsselübergabe vor Ort. Da ich zu dem Zeitpunkt noch alleine war als Hallenleiter und mein HL Kollege erst später am Tag anreisen wollte übernahm ich am frühen morgen das Objekt mit meinen Helfern, die zum Großteil schon im Vorfeld angereist waren um mich zu unterstützen, aber auch an anderen Stellen noch auszuhelfen. Glücklicherweise, so jedenfalls aus meiner Sicht kamen die ersten Mietmöbel schon direkt am Morgen, direkt nach der Schlüsselübergabe. Der Bauleiter vor Ort freute sich zwar überhaupt nicht so sehr darüber, aber ich war einfach nur froh, dass das erste Material von selber gekommen war und man nicht erst dahinter her telefonieren musste. Im nachfolgenden Tag wo vor allem die Herrichtung des Zentrums im Vordergrund stand, gab es für mich noch eine Funkschulung. Zwar kam gerade als ich in der Schulung saß der Anruf von meinem Helfer, dass mein Hallenleiterpaket mit Verpflegung, Büromaterial und sonstigen Dingen eintraf, aber der schöne Aspekt an dieser Stelle war auf jeden Fall, dass meine Helfer die Lage auch ohne mich im Griff hatten. Leider war dieses auch mehr als nötig, da die Kooperation mit meinem Hallenleiterkollegen, der am Abend des Dienstages eintraf, nicht optimal über die Tage weiter lief. Der erste Meilenstein war nun also geschafft und das Meiste des Zentrums stand und so konnten am Mittwoch der Arbeitskreis, Künstler die Ausstellungen gestalteten und auch Projektgruppen anreisen und die letzten Räume präparieren. Auch ein weiterer großer Teil meiner Helfer, die von der Franz-von-Assisi Schule von gegenüber kamen trafen am frühen morgen ein und waren gleich mit von der Partie als die 300 Papphocker für die Aula angeliefert wurden und gepapphockert werden konnte.

Einer Helferin möchte ich an dieser Stelle besonderen Dank aussprechen und zwar diejenige, die die Männer von der Mokkabar beaufsichtigte. Die mmb’s wie sie sich selber abkürzten – ja mir ist eine auch erst einmal eine andere Assoziation bei der Abkürzung in den Sinn gekommen – waren keine leicht zu betreuende Gruppe. Schon im Vorfeld waren sie der Meinung, dass sich das Zentrum zum Großteil nur um sie drehen würde. Leider hatten sie nicht bedacht, dass sie nur eine von drei Cafeterien waren oder aber eine Veranstaltung von 150 hatten. So musste die mmb’s dabei beaufsichtigt werden, dass ihre, sicherlich gute Idee, keine zu großen Ausmaße annahmen. Es durften keine Waschbecken abmontiert werden und auch keine anderen baulichen Veränderungen dem Klassenraum zugefügt werden. Des Weiteren wurde am Ende rein praktisch auch kein Starkstromanschluss benötigt und ein Stromkreis hat für die kleine Anzahl von Kaffeemaschinen und Wasserkocher auch vollkommen ausgereicht. Das worst-case Szenario, dass alle Geräte gleichzeitig aufgeheizt haben ist anscheinend nicht eingetreten, da der Hausmeister kein Mal die Sicherung nach meinem Wissensstand wieder rein packen musste.

Im weiteren Verlauf des Katholikentages verlief in dem Zentrum, dann mehr oder weniger alles recht entspannt, auch wenn immer viel zu tun war, vor allem für meine Helfergruppe, die aus Kilian, Bernhard, Verena, Ortrun, Silvia, Sebastian und Rosa bestand. Danke noch einmal an dieser Stelle für eure Großartige Hilfe während des KT’s. Auch der Hausmeister der Ursulaschule, Andreas, ist ganz besonders zu loben und das nicht nur, weil er uns einen Grill bereit gestellt hat am Donnerstag und Freitag, so dass während und nach der letzten Veranstaltung es noch etwas zu essen und zu trinken gab. Die Arbeit muss halt auch manchmal belohnt werden. Auffällig war um das nebenbei noch einmal anzubringen, dass mein HL Kollege es mehrfach schaffte nicht erreichbar zu sein oder aber keine Initiative ergriff um Probleme zu lösen. Wenn man jemanden eine Stunde lang vergeblich versucht zu erreichen und dann später erfährt, dass er bei der Eröffnungsveranstaltung ungeplant und zusätzlich mitgeholfen hat ohne sich wirklich abzumelden, dann ist das ein gutes Beispiel, dass auch über die weiteren Tage sich fortgeführt hat. Aber man soll ja nicht nur schlechtes über seine Kollegen erzählen und so war durchaus positiv, dass es nicht gekracht hat zwischen uns beiden und auch, dass er in einigen Situationen sehr gut Probleme die der Arbeitskreises gesehen hatte, gelöst hat.

Über den Arbeitskreis kann man auch fast nur Gutes sagen. Insgesamt war es eine nette Mischung an Personen und die Veranstaltungen und Absprachen mit den Mitwirkenden waren gut vorbereitet. Einziges Manko war sicherlich, dass viele Veranstaltungen von der Besucherzahl falsch eingeschätzt wurden, so dass es etliche Überfüllungen gab, die dann wiederum aber mit weniger ausgelasteten Veranstaltungen getauscht werden konnten. Das Frauen- und Männerzentrum war sicherlich zwar nicht der Reißer des Katholikentages, aber an der einen oder anderen Stelle doch sicherlich eine Herausforderung und die liebe ich ja bekanntlich.

Bei den Herausforderungen kann ich auch schon gleich weiter machen und zwar war mein Einsatzgebiet nicht nur in der Ursulaschule, sondern auch im Schlossgarten. Meine Einsätze dort waren ungeplant und den ersten hatte ich bei dem Fronleichnamsgottesdienst. Am Abend vorher begegnete ich Hendrik einem Libero und erwähnte bzw. fragte nebenbei, ob da noch was zu tun sei, da die Vorbereitungen in meinem Zentrum am Nachmittag zuvor komplett abgeschlossen waren. Und in der Tat wurde noch Hilfe benötigt und so war ich einer von drei Wege HL’s, was so viel bedeutete, dass ich mich um das freihalten des Mittelganges kümmerte. Zuerst ging es darum, die Helfer anzuweisen die Seile stramm auf den Boden zu halten, damit keine Stolperfallen entstanden. Seile werden im Übrigen an Stelle von Absperrgittern bei solchen Großveranstaltungen genutzt, damit im Fall einer Panik keiner an einer Absperrung erdrückt wird. Nachdem die Seile nun stramm auf dem Boden gelegt waren ging es im nächsten Schritt darum, diese hoch heben zu lassen wenn ein Block voll war. Während der Messe bestand die Herausforderung dann darin, dass die Helfer an ihren Posten blieben und die Leute in ihren Blöcken. Vor allem waren an dieser Stelle Motivationskünste höchsten Grades gefragt, so wie ein netter Apell an die Besucher des Gottesdienstes. Der Gottesdienst verlief sehr ruhig ohne einen Zwischenfall aus meiner Sicht.

Den nächsten Einsatz im Schlossgarten hatte ich am Freitagabend beim Culcha Candela Konzert, wo das Personal noch einmal aufgestockt worden war, nachdem am Vorabend bei Ben Becker eine Reihe von Teilnehmern ein wenig ausfallend gewesen sind gegenüber Helfern. Man mag meinen, dass nur junges Publikum sich daneben benehmen kann, aber in dem Fall waren es anscheinend eine ganze Reihe älterer Personen. An dem Abend von Culcha Candela war mein Einsatzort auf jeden Fall der Eingang H, doch dort war die größte Herausforderung an dem Abend, etwas zu Essen für meine Helfer zu organisieren. Sonst hatten wir wenig zu tun, da der Sicherheitsdienst ziemlich selbständig gearbeitet hat und im Hintergrund auch noch die Polizei zugegen war um die Lage im Blick zu behalten.

Ein letztes Kapitel des Katholikentages muss ich der Gepäckaufbewahrung an der Illoshöhe, also dem Abschlussgelände für den Hauptgottesdienst widmen. Über einige Wochen lang haben wir uns mit verschiedenen Personen über die dort vorhandene Situation ausgetauscht und am Ende festgestellt, dass wenn wie beim Kirchentag etwa 30% der Besucher ihr Gepäck aufgeben will ein Problem entsteht. Die Hauptgepäckaufbewahrung am Bahnhof war viel zu klein und ist auch während der Veranstaltung übergelaufen. Auf der anderen Seite gab es am Ende für die OTB Halle ein richtig ausgefeiltes Konzept mit Ticketsystem, dem Einsatz von verschiedenen Banderolenfarben und noch mehr. Auch wenn das Konzept aufgegangen ist und wir nun berichten können, dass es im Durchschnitt 120 Sekunden gedauert hat, bis der Teilnehmer sein Gepäckstück erhalten hat, dann war die Zahl von 439 Gepäckstücken ernüchternd. Wie das mit dem Gepäck genau gelaufen ist, dazu vielleicht in der Zukunft mehr.

An dieser Stelle sei auf jeden Fall noch allen Funktionsträgern, Helfern und Teilnehmern ein herzliches Dank ausgesprochen für den aus meiner Sicht sehr schönen 97. Katholikentag in Osnabrück.

Bis 2009 in Bremen beim Evangelischen Kirchentag oder 2010 beim Ökumenischen Kirchentag in München!

Weitersagen:
  • Twitter
  • Facebook
  • Print
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • PDF
  • RSS

subscribe to comments RSS

There are no comments for this post

Please, feel free to post your own comment

* these are required fields