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  • am 11.05.2008
  • um 12:41 Uhr
  • von Stefan

„Und es erschienen ihnen Zungen“ 0

Mai11

Nachdem Er es gesagt hatte, fingen alle um Ihn herum an zu lachen und die prompte Reaktion seiner Freunde war: „Auf welcher Party warst du denn gestern Abend?“ So wie: „Anscheinend haben wir wieder eine große Sause verpasst.“

Er blieb ruhig und antwortet mit aller Gelassenheit: „Verpasst habt ihr schon länger etwas und heute Morgen noch mehr, denn die Party wo ich war hatte richtig Stil; ohne Streit, mit Personen, die alle gute Laune hatten. Das Stand im krassen Gegensatz zu eurer Grillparty, wo schon um kurz vor Mitternacht Ende war, weil ihr euch alle gestritten habt.“

Woher wusste Er das nur, sie hatten ihm doch gar nichts von dem Streit am Abend erzählt gehabt, oder hatte er die Andeutungen in ihrer Cliquensprache doch verstanden?

Er war nur manchmal dabei, denn Sie sagten sich immer, dass er nicht ihre Sprache spreche. Also Sprache damit meinten Sie nicht Deutsch oder Englisch, sondern die Cliquensprache, die sich durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse herausgebildet hatte, aber sonst war Er wie sie. Gleiche Klasse, gleiche politische Richtung, gleiches Alter also eigentlich genau so wie sie, aber dennoch die gleiche Sprache hatten sie nicht. Ok, sie versuchten auch nicht wirklich mit ihm zu sprechen, denn da war doch noch der eine Unterschied zu Ihnen. Wenn sie sich richtig erinnerten war Er es doch, der irgendwas - genauer konnten sie es gar nicht sagen – mit Kirche zu tun hatte.

Derjenige, der auch etwas mit Kirche zu tun hat, der wird vielleicht schon bei der Überschrift gedacht haben, dass kommt mir doch bekannt vor und ist es nicht ein Zitat aus der Apostelgeschichte. Oder er hat erkannt, dass die Party, wo Er gewesen ist ein Gottesdienst war. Was seine Freunde nicht wussten ist, dass Er seit der einiger Zeit Lektor in ihrer Gemeinde ist. Klar sie hätten es wissen können, aber sie wollten es eigentlich nicht. Das wäre mit Arbeit verbunden gewesen, denn es ist wie, wenn man eine neue Sprache lernt. Es gibt Fachbegriffe, so wie eine eigene Binnensprache, die durch gemeinsame Erlebnisse geprägt ist.

Jeder von uns kennt solche Hürden, dass muss gar nicht einmal in der Kirche sein, die man nicht versteht, sondern das können auch Eltern oder auf der anderen Seite Kinder sein. In dem Pfingstfest feiern wir das Ereignis, wo in Jerusalem einer Stadt, wo viele unterschiedliche (Fremd-)Sprachen gesprochen wurden, auf einmal alle dort anwesenden die frohe Botschaft von Gott in ihrer Sprache verstanden hatten. Das Pfingstfest ist das Ereignis, wo Barrieren überwunden werden durch den Glauben. Es ist somit eine Stärkung des Einzelnen. Heute kann das ganz praktisch bedeuten, dass man einen neuen Weg einschlägt, sich neue Ziele setzt und Bedenken außer Kraft setzt. Für einen Jugendlichen der nur raucht, weil er das Gefühl hat sonst nicht mehr Cliquenmitglied zu sein, könnte das heute bedeuten, dass er mit dem Rauchen aufhört und erkennt, dass er trotzdem noch die Sprache findet um mit seinen Freunden zu reden. Für einen anderen könnte es aber auch die Beilegung eines lange ausgetragenen Streites sein, weil er erkennt, dass ein Streit sich nur durch Kommunikation egal ob verbal oder nonverbal lösen lässt.

Wer es schafft auf sein eigenes Leben zu schauen, der wird Punkte finden, die er stärken kann um somit sein eigenes Pfingstfest zu feiern!

Mit diesem Vorsatz wünsche ich euch allen und euren Familien, Freunden und Bekannten ein frohes Pfingstfest.

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