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  • am 10.04.2008
  • um 20:52 Uhr
  • von Stefan

1. FC Church vs. Football Allstars 3

Apr10

Das Lokalderby des Jahres im Fußball stand an und zwar spielte mal wieder der 1. FC Church gegen die Manschaft des Football Allstars Team. Anstoß war am Freitag, den 4. April nicht etwa auf dem Fußballplatz, sondern in der Voltlager Kirche (ehrlich gesagt weiß ich nicht wo das liegt ;-) ). Auch wer nun gedacht hat, dass Fußball gespielt wurde der liegt falsch, denn der Titel war Programm in einer Jugendmesse. Hier an dieser Stelle kann nur berichtet werden, dass die Kirchbesucher, die dazu eingeladen waren mit Trikots, Schals und Fahnen in die Kirche zu kommen, dieser Einladung nachgekommen sind laut den Fotos (jugo.de.pn).

Steht auf, wenn Ihr Kirche seid!

Das Thema ist ein interessanter Ansatz und spiegelt vor allem die Erfahrung von vielen wieder, die in der Jugendarbeit aktiv sind. Dort heißt es doch an vielen Stellen Fußball gegen Kirche, egal ob Fußballtraining gegen die Chorproben vom Kinderchor oder das Fußballspiel gegen den Ministrantendienst am Wochenende etc. Es wäre falsch darüber einen großen Streit anzufangen. Viel mehr müsste man eine Möglichkeit finden beides besser miteinander zu vereinbaren oder aber kirchliche Angebote attraktiver zu gestalten ohne das sich jemand auf die Füße getreten fühlt.

Um der Thematik näher zu kommen ist es sinnvoll sich die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede einmal vor Augen zu führen. Grundlage des Vergleiches soll hier sein eine Jugendfußballmanschaft und eine Jugendgruppe in der Pfarrgemeinde. Der erste Punkt, der auffällt ist, dass es in der Jugendarbeit einer Pfarrgemeinde oft viel mehr Möglichkeiten gibt seinen Interessen nachzugehen. So gibt es in den besten Fällen Chöre, Messdienergruppen, Offene Treffs und auch verbandliche Gruppen. Beim Fußball gibt es nur Fußball, wo nur in den Alterstufen unterschieden wird. Dies findet nun auch in der Gemeindearbeit statt.

Ein erster Unterschied ist sicherlich, dass es beim Sport um Wettkampf geht. Die Teams gewinnen oder aber verlieren gemeinsam. Aber auch der Einzelne kann Ruhm und Ehre durch besondere Leistungen erlangen. Dies ist in der Gemeindegruppierung eher schwieriger. Dort werden auch gemeinsam Hürden überwunden und teilweise kann ein Einzelner auch sich besonders hervor tun z.B. durch ein Solo beim Kinderchor. Doch was hier vielleicht fehlt, dass ist der Wettbewerbscharakter, der in der Kirche nicht gefördert wird. So steht am nächsten Tag nicht in der Zeitung, wer keinen Fehler beim Messe dienen gemacht hat und es steht auch nicht in der Zeitung, dass bei den Pfadfindern jemand sehr viel Einsatz für das nächste Tagesprojekt gezeigt hat. Was aber wiederum drin stehen wird, dass ist, wer am Sonntagnachmittag wieder fünf Tore geschossen hat beim Fußball.

Konsequenterweise wäre das Fazit an dieser Stelle, dass auch Kirche sich am Wettbewerb der Freizeitmöglichkeiten beteiligt und darüber auch berichtet. Es darf zwar nicht übertrieben werden, doch besondere Leistungen im Rahmen von Kirche müssen auch einmal Zuspruch bekommen und das kann auch ein Zeitungartikel oder noch besser ein Internetartikel sein. Generell darf nicht vergessen werden, dass Kirche den Menschen etwas bieten kann, deshalb darf es auch ruhig mal heißen, wie in den Fußball Fan-Gesängen stolz gesungen wird: Steht auf, wenn Ihr Kirche seid!

Kirche vermittelt Werte, die wichtig sind für das gesellschaftliche Miteinander, komisch nur, dass bislang (fast) keiner darauf stolz ist.

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There are 3 comments for this post

  1. JuGo! sagt:

    Freue mich, dass unsere Jugendmessen jemanden dazu bewegen, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen…

  2. Michael Schockmann (JuGo!) sagt:

    Hallo,

    ich wollte nur sagen, dass bei unserer Messe zu dem Thema eigentlich im Vordergrund stand, dass Kirche und Glaube mehr bieten, als Fußball es kann. Beim Fußball, so wollten wir es verdeutlichen, zählt Leistung. Man muss gut sein, um erfolgreich zu sein. In der Kirche zähle ich so wie ich bin. Ich bin von Anfang an, ohne mein Zutun, von Gott geliebt. Der Leistungsdruck fällt völlig weg. Und was uns noch viel wichtiger war: Gerade wenn es uns schlecht geht, ist Gott da. Wie ein Mitglied des JuGo! sagte: “Gott ist nicht always the sun, aber Gott ist always.”
    Es sollte also in dem Beitrag nicht zu kurz kommen, dass Kirche mehr ist, als ein menschlicher Verein. Kirche ist immer auch transzendental, Verbindung zu Gott. Das kommt mir etwas zu kurz. Dennoch verstehe ich das Anliegen, dass Fußball und Kirche oft am WE kollidieren. Das kenne ich aus meinem eigenen Fußball spielen. Eine Zusammenarbeit wäre sicher wünschenswert, aber wohl sehr schwer einzurichten. Und muss sich Kirche so “aufdrängen”? Ich hoffe, ich habe den Artikel nicht falsch verstanden. Ansonsten finde ich es auch schön, dass unsere Jugendmesse Anregung geboten hat.

    Gruß aus Münster,
    Michael Schockmann

  3. Stefan sagt:

    Hey Michael,

    falsch verstanden hast du den Artikel nicht, aber du gehst auf das Thema anders ein als ich es getan habe. Dies ist sicherlich dadurch bedingt, dass du ein anderes Hintergrundwissen hast, welches du einsetzt. Ich finde diesen Umstand recht positiv, da er zeigt, wie vielfältig doch ein und dasselbe Thema oder in diesem Fall die Überschrift sein kann.
    Die Frage, die du aufwirfst, ob sich Kirche so “aufdrängen” muss würde ich ganz klar mit einem “Jain” beantworten. Zu dieser Schlussfolgerung gelange ich, da ich der Meinung bin, dass sich Kirche im ersten Schritt nicht “abdrängen” lassen sollte, wie sie es aktuell mit sich machen lässt. Glaube an Gott, Leben in der kirchlichen Gemeinschaft sind mittlerweile sehr unpopulär geworden in Deutschland. Auf der Anderen Seite ist es aber auch klar übertrieben zu fordern, dass z.B. Fußball komplett ausfallen muss, weil es nichts anderes gibt als Kirche. Letztendlich wäre ein Zwischending gefragt und zwar wo Kirche, aber auch der Fußball nicht zu kurz kommen.
    Im Übrigen auch ein sehr interessanter Titel für den nächsten Jugendgottesdienst am kommenden Samstag mit „Was dein Gewissen erträgt“. Ohne, dass hier ein direkter Bezug besteht passt der Titel auch gerade gut in die Diskussion mit hinein und war mit der Frage, wie weit lassen wir Kirche in den Hintergrund rücken, gerade weil Kirche ++mehr++ ist als ein menschlicher Verein? ;-)

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